so, die Steuer ist gemacht, das neue Jahr kann beginnen. Ja, ja, selbst so ein kleines Licht wie ich ist nicht davon verschont. Und ich habe ja die letzten zwei Monate wirklich ein paar Bücher verkauft. Wenngleich ich dafür mehr ausgegeben habe, als eingenommen. Aber auch das muss alles ordnungsgemäß beim Finanzamt vermerkt werden.

Zur Erklärung, ich habe es endlich in die Tat umgesetzt, und wirklich professionell Werbung für Anthony geschaltet. Und zwar auf Amazon direkt. Die sogar ein paar Verkäufe zur Folge hatte. (Nicht so wie auf fb, wo der Erfolg immer gleich Null war.)

Was sich jetzt eigentlich ganz leicht anhört, dennoch mit großen Mühen verbunden war. Die noch dazu noch nicht enden. Denn dafür musste ich mir ja erst einmal eine Kreditkarte besorgen. Was ich ja eigentlich immer vermeiden wollte, das reizt nur zu Ausgaben, die ich mir gar nicht leisten kann. (Es heißt ja auch Kreditkarte und nicht Guthabenkarte.) Aber die Werbeabteilung von Amazon akzeptiert nichts anderes, auch wenn geschrieben wird, auch Debitkarten. (Welche ich sogar besitze, aber bei den Eingaben der Nummern gab es nur immer Fehlermeldungen. Und Eingaben ist der richtige Plural, denn ungezählt die Versuche. Und Amazon anschreiben, wie das Problem zu lösen sei, das ist so sinnvoll, wie den Metzger von nebenan zu fragen, was er von veganer Ernährung hält. Alle immer sehr nett und zuvorkommend, keine Frage, aber niemand weiß Bescheid. Bis ich es leid war.)

Womit sich dann aber gleich ein neues Problem ergab, das eben dazu führt, dass die Mühen immer noch nicht enden. Denn für die Kreditkarte musste ich meine Staatsangehörigkeit preisgeben, und die ist nun einmal die der Vereinigten Staaten von Nordamerika. (Und für all die, die glauben, das ist immer nur von Vorteil, besonders wenn es um den alles regierenden Dollar geht, kann ich nur sagen, wer sich mit dem Finanzamt dort anlegen möchte, der soll lieber mit einer Gabel gegen die Sonne kämpfen. Es hat mehr Aussicht auf Erfolg.) Eigentlich kein Geheimnis (auch wenn es schwer war, die letzten vier Jahre stolz zu sein auf diese Abstammung), aber meiner Bank wohl unbekannt. (Mit der Beantragung der Kreditkarte nun eben doch.) Und da die furchtbare Angst hat, dass eben dieses amerikanische Finanzamt ihr hohe Strafen auferlegt, wenn sie nicht artig die Kontodaten amerikanischer Staatsbürger weiterleitet, will die mich jetzt bei diesem Finanzamt mit einer amerikanischen SSN anmelden. Wenngleich ich schon mit einer EIN bei diesem Finanzamt gemeldet bin. (Ich lasse die Abkürzungen hier ganz bewusst im Nebulösen, wer will kann googeln, denn wieso es da Unterschiede gibt, das zu erklären führt einfach zu weit. Nur so viel, wieder so viele Mühen, bis auch dieses Problem aus der Welt ist. Ich diese SSN habe, die eben anscheinend mehr wert ist als eine EIN, die ich aber nie brauchen werde, weil ja eben, wie schon im ersten Absatz bemerkt, es das deutsche Finanzamt ist, das meine ganze Aufmerksamkeit verdient.)

Es sind nicht wirklich viele Bücher, die ich verkauft habe, aber immerhin. Wobei das Interessante ist, dass es alles nur Printausgaben waren. Und das ist wirklich bemerkenswert. Denn egal, wo ich beim Googlen gelandet bin, immer heißt es, die normalen Selfpublisher verkaufen in der Regel E-Books. Im Verhältnis 10 zu 1. Bei mir aber ist es genau umgekehrt. Und die die E-Books, die bei mir „gekauft“ werden, werden geliehen. Liegt wohl daran, dass ich die Werbeaktion Ende November gestartet habe, und da saß das liebe Geld den Leuten etwas lockerer in der Tasche. Denn zwischen 2,99 und 12,99 ist doch ein Unterschied. Und die Printausgabe war ja noch dazu die Illustrierte, die einen Euro teuer ist als die, die man auch im normalen Buchhandel bestellen kann. Die illustrierte Ausgabe, die es nur bei Amazon gibt. Die diesen einen Euro mehr aber allemal wert ist. Und die aufzeigt, wie hilflos wir Selfpublisher eigentlich den anderen Verlagen ausgeliefert sind. Denn die, die das so generös tun, verdienen nicht schlecht. Denn auch wenn alle auf Amazon schimpfen, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Produktionskosten bei einem Selfpublisher-Verlag wie zum Beispiel Epubli oder BoD höher sind als dort. Bei Amazon aber kriegt man quasi fürs gleiche Geld das doppelte an Buch. Sprich Format. Und die illustrierte Ausgabe kommt ja eben durch dieses größere Format viel besser zur Geltung. Auch ist sie viel besser zu lesen durch das viel großzügigere Layout. (Kann man übrigens gut auf den Fotos sehen, die ich kurz vor Weihnachten auf fb gepostet habe. Das eine Buch ist eben die illustrierte Ausgabe, das andere eine Ausgabe, die auch im Buchhandel zu bestellen ist. Beide kosten ungefähr das Gleiche. Bei gleicher Seitenzahl. Die illustrierte Ausgabe hat sogar einige mehr.)

Nach Weihnachten sind die Verkaufszahlen aber wieder ziemlich mau. Ob das so bleibt, weiß ich nicht, gehe aber einmal davon aus. Hoffe dafür, dass die, die womöglich Weihnachten mit der illustrierten Ausgabe beschenkt worden sind, sich in die Geschichte verliebt haben und die folgenden Bände auch lesen. Nur deswegen lohnt ja die Werbung, auch wenn sie die ersten Monate nur Kosten bringt. Ob ich diese Hoffnung zurecht trage, die Zeit wird es zeigen.

Aber was soll’s, ob ein Jahr mehr oder weniger, das macht mir auch schon nichts mehr aus. Denn dass sich Anthony letztendlich durchsetzt, da bin ich mir ziemlich sicher. Was ich brauche, das sind nur ein paar Super-Spreader. (Ich hoffe, man darf das Wort trotz Corona 19 immer noch benutzen, denn kein anderes trifft es besser.) Denn war ich früher nur immer der Meinung, dass ich es schaffen könnte, das Ganze zu einem guten Ende zu führe, so bin ich, nachdem ich es eben zu einem guten Ende geführt habe, der Meinung, besser geht es nicht. Nicht mit meinen Mitteln. Es ist das herausgekommen, was mir immer vorgeschwebt ist. Mehr noch, ich habe meine eigenen Erwartungen übertroffen. Und das tue ich nur sehr selten. Meine Erwartungen an mich sind nämlich zumeist unerfüllbar. (Ein Charakterzug, der nur Nachteile bringt, einen aber wenigstens immer an die Grenzen treibt.) Und das mit dem übertroffen, das sage ich, auch wenn ich weiß, dass es furchtbar anmaßend klingt, und es sicher einige gibt, die nach dem Verlassen der letzten Seite, nicht meiner Meinung sind. Wenngleich nicht viele, denn wer so weit vordringt in Antonys Welt und sein Abenteuer, der ist mir zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet. 😉

Das heißt natürlich nicht, dass ein Lektor und ein Korrektor, mit ein paar Tropfen ihres Könnens die Geschichte nicht noch süffiger machen könnten. Nur, dass so wie sie ist, es mir keine Scham bereitet, Geld dafür zu verlangen. 😉 Und wie man bei den E-Book-Preisen sieht, auch gern etwas mehr. Zumindest im Vergleich zu anderen Selfpublishern. Die eben so viel E-Books verkaufen, weil ihre Preise so niedrig sind. Dafür aber, da bin ich ganz Snob, bin ich mir zu fein. Ich orientiere mich da eher an den sogenannten etablierten Kollegen, die bei renommierten Verlagen unter Vertrag stehen. Wenngleich ich nicht so dreist bin, für ein E-Book 15.- Euro zu verlangen. Aber mehr als die üblichen 0,99 – 2,99. (Manch Bände haben aber auch an die sechshundert Seiten.) Und das sogar aus mehreren Gründen heraus. Erstens, Anthony ist nicht vergleichbar mit anderen Büchern. Weder mit denen der anderen Selfpublishern (die manchmal gute Ideen haben, doch so oft sprachlich limitiert sind, sorry, so ist es nun einmal), aber auch nicht mit denen der etablierten Kollegen. (Denen es dafür oft an diesen Ideen mangelt.) Was mir immer wieder auffällt, wenn ich durch einen dieser großen Buchläden gehe und mir vorstelle, wo man Anthony einordnen soll. Neben Harry Potter hat er nichts zu suchen, aber auch Dostojewski, Dürrenmatt und Dumas wären keine Brüder für ihn. Es ist Fantasy, okay, oder vielleicht etwa doch nicht? Kurzum, er ist wirklich einzigartig. (Kann man als Kompliment werten oder als Beleidigung, deswegen völlig sinnlos mich der Hybris zu bezichtigen. 😉 ) Zweitens, die Leute, die meinen für 99 Cent ein gutes Buch geliefert zu bekommen, werden nur selten überrascht. (Sorry, auch das ist so.) Und wer dann meinen Anthony zu lesen bekommt, kann ihn dann auch zumeist nicht wertschätzen. Was jetzt aber kein Verbrechen ist. Denn, ich gebe es gerne zu, ich selbst trage dieses Vorurteil in mir.

Das leider so oft gar keines ist. Denn sehr viel Selfpublisher produzieren nun einmal nur Trash. Und manchmal sind sogar 99 Cent 99 Cent zu viel. (Auch wieder nichts, bei dem man mir Anmaßung vorwerfen könnte, denn das sehen ja auch die Selfpublisher so. Sogar die, die den Trash produzieren, der es den wirklich guten, denn die gibt es in der Tat auch, nicht nur mich 😉, so schwer macht von der breiten Maße wahrgenommen zu werden.)

Aber eigentlich ist mir das völlig egal, wer ein Trashbuch kaufen will, soll das tun, und wer es schreiben will, auch. Das hat mit mir nichts zu tun. Ich sitze nicht da und denke wirklich darüber nach. Und wenn doch, dann nie mit Emotion verbunden. Kein Neid, kein Hass, kein Hochmut. Nur analytisch. In der Art: Wie gelingt es mir, dem Publikum, dass ich im Übrigen alles andere als dumm halte, meinen Anthony näher zu bringen. Ja, das ist alles, was mich interessiert. Denn dass es ein Pageturner ist, trotzdem mein Rechtschreibprogramm so oft behauptet: „Satz zu lang“, wurde erst gestern bewiesen. Denn am Wochenende kontrolliere ich ja oft meine Zahlen, und da hat doch glatt jemand den zweiten Band an nur einem Tag gelesen. Immerhin knapp 450 Seiten. Das ist doch beachtlich, oder? Und das kann ich mit ziemlicher Bestimmtheit sagen, denn sie oder er haben das Buch ja geliehen. Und Amazon zeigt einem das ja auf. Wird man ja nach gelesenen Seiten bezahlt, wie viele von diesem am Tag gelesen werden. Und von welchem Buch. (Natürlich anonymisiert.) Und wenn an einem Tag 790 Seiten gelesen werden von einem Band, und dieser Band auf dem Kindle-Lesegeräten genau 790 Seiten hat, ist doch schwer davon auszugehen, dass das nur einer war, der das getan hat. (450 Seiten hat das Buch nur in der Printfassung. Da das Layout aber sehr gedrängt ist, um die Kosten zu reduzieren (wie gesagt, die Verlage verdienen nicht schlecht), hat es auf dem Kindle 790. (Wäre es ein Harry Potter, wären es so um die 500 in der Printfassung.))

Ja, es war definitiv nur einer. Denn an so viele andere Leser ist ja im Moment nicht verliehen. Leider. Denn das ist ja das, worauf ich wirklich spekuliere. Auf die Amazon Bibliothek und das Kindle-Unlimited Programm. (Ein Buch auszuleihen, kostet ja erst einmal nichts. Und wer dann anfängt, Anthony zu lesen, der hat so oder so schon verloren. 😉 ) Deswegen auch macht es mir nichts aus, wenn niemand die E-Books kauft. Die, liest einer alle Bände, ja immerhin fast 40.- kosten. (Sind sie aber auch wert.) Denn mit dem Verleihen verdiene ich zwar nicht so viel wie mit dem Verkauf, aber viel wichtiger ist mir, dass ich so Bekanntheit gewinne. (Außerdem bringt es ja einem auch im Amazon-Ranking ein wenig in bessere Regionen. Wenngleich zwischen Platz 25.000, wo man landet, wenn jemand das Buch ausleiht, oder Platz 500.000, wo man nach einer Woche Flaute liegt, meiner Meinung nach viel Unterschied ist. Interessant wird es ja ohnehin erst ab den dreistelligen Zahlen.) Denn ich erinnere mich nur zu gut, als ich vor vier Jahren mit den ersten fünf Bänden in diesem Programm war (die inzwischen überarbeitet noch viel süffiger zu lesen sind, als schon damals), dass da einige Leser dabei waren, die haben in einer Woche alle fünf Bände gelesen. (Weit über 2000 Seiten. Nur um das Thema Pageturner noch einmal aufzuwärmen.) Leider habe ich damals in meiner Dummheit gedacht (und vielleicht sogar in einem Anflug von Hybris 😉 ), na prima, das verkauft sich ja wie geschnitten Brot, da gehe ich doch gleich mal zu den anderen Anbietern, Toline etc, und verkaufe auch dort meine E-Books.

Nun ja, wie gesagt, es war eine einzige Dummheit. Denn auf Amazon brach alles ein und auf den anderen war der Verkauf nicht nur gleich Null, er war Null. Diesmal aber mache ich besser, bleibe in diesem Programm, bis ich endlich den Punkt erreicht habe, wo ich mir diese Hybris auch leisten kann. 😉  Zumal bei den dicken Bänden ich selbst mit dem Verleih mehr verdiene, als wenn ich sie als Print verkaufen würde. Erstaunlich, nicht wahr! (Wer Lust hat, kann ja ausrechnen, wie viel, denn die Seitenzahl der jeweiligen Bände ist ja immer angeben, bei Anthony.de die Bücher oder bei Francislinz.com. und das Verhältnis zu den Kindle Seitenzahlen ist das Gleiche wie bei Band zwei. Wobei der Profit aber schwankt, zwischen 0,25 und 0,27 Cent pro gelesener Seite. Für 100 Seiten gibt es also 25 bis 27 Cent. Gelegentlich sogar 29, kommt immer auf den Monat an. Wie viel insgesamt gelesen wurde und überhaupt.)

Ach ich könnt weiterschreiben und weiterschreiben und eigentlich bin ich das ja auch den wenigen wahren Anthony-Fans schuldig, nach so langer Pause, aber man soll es nicht übertreiben. Darum, bis zum nächsten Mal. Grüße wie immer natürlich auch von all den anderen.