Urlaub verdient? Aber sicher doch! Habe doch den endgültigen Schlussstrich unter die deutsche Fassung gesetzt. Wozu ich ausholen muss. Bin ich doch eigentlich dabei, das ganze Werk ins Englische zu übersetzen. Und hatte, laut offizieller Verlautbarung, die drei ersten Bände schon ganz leidlich abgearbeitet. Was so aber nicht stimmte. Band 2 und 3 ja, doch den ersten, nein, denn den hatte ich ja eher nur so durch die Prüfung gehetzt. Ist es doch noch so ein Berg an Arbeit. Aber wer mich kennt, der weiß, dass das nicht gutgehen konnte. Also habe ich mir auch diesen Band noch einmal genau vorgeknöpft. Womit aus der scheinbaren Zeitersparnis, nur wieder ein Grab für die Sekunden wurde. Kurzum, was ich vorher in knapp zwei Wochen durchgejagt habe, hat mich jetzt noch einmal fast einen Monat gekostet. Da hätte ich es gleich gründlich machen können. Doch Glück um Unglück, gereichte es doch zum Vorteil der deutschen Fassung, weil ja zum gründlich machen ein paralleles Lesen dieser die Voraussetzung ist. Kurzum, weil ja einmal gründlich machen nicht reicht, sondern zweimal noch viel besser ist, habe ich auch die auf Vordermann gebracht. Auch, um es gleich zu gestehen, weil mich das schlechte Gewissen plagte, habe ich doch bei der ersten englischen Übersetzung mich vom tollkühnen Unsinn reiten lassen und einfach so Sachen mithineingeschrieben, die im Deutschen nicht zu finden waren, es nun aber auch sind. Ganz einfach, weil sie so gut passten. Nichts Großes, nichts was den Sinn änderte, aber manch eine Ergänzung, die mir wichtig erschien. Nun aber sind beide Fassungen, fast auf das Wort genau, ident. Wie bei den anderen Bänden auch, bei denen ich diesen Unsinn ja sogleich von meinem Rücken geschubst habe.

Allerdings ist immer noch ein Unterschied von 7000 Worten festzustellen. Und ich weiß nicht, woher der kommt. Verdächtige ja den Computer, heimlich Text mithinzuzählen, der so nicht zu sehen ist. Denn, wie soeben geschrieben, für mich klingt es wie Wort für Wort. Ein Phänomen, das übrigens auch bei den anderen Bänden zu beobachten ist. Nur zwei sind in der englischen Übersetzung minimal größer und nur einer sogar geringer. Zwei allerdings fast in dem gleichen Ausmaß. Auch wenn da natürlich das Streichkonzert noch nicht eingesetzt hat. Es muss ja alles mindestens zweimal noch überarbeitet werden. Ganz abgesehen davon, dass vom 4ten, 5ten und 6ten Band erst einmal nur die Rohfassung steht. Um sie auf das Level von Band 1,2 und 3 zu bringen, kann ich mal locker ein Jahr ansetzen. Was aber momentan nicht mein Problem ist, denn, wie schon erwähnt, ich habe Urlaub verdient. Den ich auch machen werde. Mehr oder weniger. Denn natürlich kommt jetzt die Vermarktung.

Schlimmes Wort. Betrachtet es doch die Reihe als eine Ware. Was sie beim Schreiben aber nie war. Nicht dass ich nicht ab und zu daran gedacht hätte, wie wäre es, wenn man auf Amazon mit allen 8 Bänden wie einst Harry Potter auf den vordersten Plätzen stehen sollte, wobei auch der Blick auf das Finanzielle die Phantasie beflügelte, denn selbst nur bei Kindle würde das bedeuten, dass man pro Tag an die 1000 Bücher absetzt, pro Band, aber es war nie die Triebfeder. Zumal ja beim Schreiben selbst bei mir die Welt völlig außen vor bleibt. Ich bin im Flow und die Tage rennen nur so dahin. Kann froh sein, wenn ich ab und zu esse und schlafe. Ganz abgesehen davon, dass ich ein Kinderbuch geschrieben habe, das nur vermeintlich eines ist, und schon deswegen auf dieses Publikum verzichten muss.

Nichtsdestotrotz denke ich, der Markt ist riesig. Was ich als Glücksfall für mich bezeichne darf. Und was vielleicht nur wirklich gelingt, wenn man nicht auf diesen schielt, sondern sich nur der Geschichte gegenüber verpflichtet fühlt. Ich muss nur an diesen Markt rankommen. Was, und nun kommen wir zum Pech, nicht so leicht ist, hat mir das Schicksal zwar die Tagträumerei geschenkt, mich dafür aber des Gens beraubt, das für den Geschäftssinn zuständig ist. Nicht dass es mir daran mangelt, zu erkennen, was gut ist oder was sich verkauft, nein, das kann ich sogar bei vielen anderen Dingen, nur daran, es dann auch verkauft zu kriegen. (Das soll nicht hochtrabend klingen, aber mittlerweile weiß ich, was ich kann. Und bei all den Einschränkungen unter denen ich zu leiden habe, und damit meine ich nicht nur, dass meine Arme schon lange viel zu kurz sind, ein Buch ohne Brille zu lesen, sei es mir gegönnt, auch mal in was besser zu sein als die anderen. Schon deswegen, weil ich mich deswegen ja nicht als was Besseres fühle. Es ist so wie mit dem Talent, wenn man welches besitzt, wofür auch immer, soll man dankbar für dieses sein, aber nicht stolz darauf. Es ist nichts, was man sich erarbeitet hat.)

Ja, nach dem Abschluss des letzten Bandes, oder besser gesagt, nach seiner letzten Korrektur, ist mir ganz wohl ums Herz. Ich weiß, da habe ich endlich mal was richtig gut hingekriegt. Und es wird mich darum auch nie stören, wenn jemand das anders sieht. Mir vielleicht nur einen Punkt gibt, weil ich nicht das Ende geschrieben habe, wie er sich wünscht, oder nicht die Fragen beantwortet habe, die er beantwortet wissen mag. (Die vielleicht aber gar nicht beantwortet werden können, weil sich sonst solch eine schreckliche Anomalie auftut, dass alles in ihr verschlungen wird. Wir, die Zeit selbst, und vielleicht sogar der LIEBE Gott. Der ja der einzige ist, der die Antworten auf alle Fragen kennt.) Denn ich weiß darum, da gibt es viele andere, die das Buch so lieben werden wie ich. Aus dem einfachen Grund, es hat eine Seele. Und wie ich diese da hineingekriegt habe? Fragt mich nicht. Es ist nur ein weiterer dieser Punkte, für den ich nur Dankbarkeit empfinde.

Bis demnächst, muss ich ja noch ankündigen, wie die Werbeaktion abläuft, die ja diesmal mit dem Holzhammer ausgeführt wird, schon deswegen, weil ich all die Jahre zuvor solch eine Niete im Marketing war. Grüße auch von den anderen.

p.s.: Ich habe die Anthony-Noll.de Seiten ein wenig aufgehübscht und auch die auf Francislinz.com. Ich hoffe, es gefällt.

p.p.s.: Nachdem die drei Bücher des letzten Bandes (Anthony Noll und das Große Abenteuer) ein neues Kleidchen bekommen habe, sind natürlich demnächst auch die Printausgaben dran. Kann schnell gehen, oder auch nicht. 😉