Eigentlich wollte ich mich jetzt in die wohlverdiente Winterpause begeben, doch da ist dann doch noch etwas Zeit, um von ein paar Entwicklungen zu berichten.
Und wohlverdient ist diese Winterpause allemal. Habe ich doch die letzten fünf Jahre durchgearbeitet. Was nicht übertrieben ist, denn das ist das Los des Schriftstellers, der an sein Baby glaubt. Und auch nicht gelogen, denn in all diesen vielen Tagen hat sich vielleicht einmal einer mit gefälligem Suchen nach Flusen im Nabel versteckt, aber nie zwei hintereinander. Egal, ob Wochenende, Ferienzeit, Weihnachten oder Geburtstag. (Den ich aber, so wie die meisten anderen auch nur an einem Tag im Jahr feiere. ? Nur Ramshin darf sich das zweimal erlauben. (Kleiner Spaß für die, die schon bis zum Ende gekommen.)) Und 50 Stunden die Woche waren eher die Regel als die Ausnahme. Sodass ich, als endlich auch der letzte Band fertig war und ich auch so alles gemacht hatte, was dazu gehört, um ihn auf die Reise zu schicken, Layout, Cover, bei den Plattformen einstellen, etc. mir für ein paar Tage sogar richtig verloren vorkam. Denn was ist mein neuer Sinn?
Schwere Frage, für uns alle. (Nicht mein Sinn, sondern der Euch eigene.) Doch da habe ich eine Sendung im Fernsehen gesehen, in der irgendein Philosoph erwähnt wurde, Name inzwischen entfallen, der mir weiterhalf. Er sprach von drei Antriebsfedern, die für das Leben nötig sind, wovon ich jetzt aber hier nur die erwähnen will, die für mich in Betracht kommt. Nämlich die, eine Aufgabe zu haben. Und so habe ich überlegt. Soll ich ein neues Buch schreiben? Aber was soll nach den Büchern folgen, die ich schon geschrieben habe? Eines davon würdig des Literaturnobelpreises ? , das andere, nämlich Anthony, würdig, auf jedem Buchregal zu stehen. (Das eine für den Kopf, das andere für das Herz.) Und in beiden Richtungen wüsste ich mich nicht mehr zu toppen. Würde mich nur wiederholen oder, noch viel schlimmer, die Treppe hinunterfallen. Und das will ich nicht. Denn ich habe immer die bewundert, die wussten, wann es Zeit ist aufzuhören. (Das heißt jetzt nicht, dass ich nie mehr etwas schreiben werde, sondern nur, dass es dann etwas anderes sein muss. Oder auch das Alte fortzuführen. Fehlen doch noch so viele Geschichten von Anthony, die gar nicht Platz finden konnte, in den mageren 3500 Seiten ?, die bis jetzt die Welt erblickt.)
Ja, überlegt und überlegt habe ich, bis ich dann zu der Überzeugung gelangt bin, die Antwort steht schon geschrieben. Denn Anthony ist in der Tat ein Buch, das auf keinem Bücheregal fehlen darf. (Und eigentlich auch nicht das andere für den Literaturnobelpreis.) Kurzum, wenn es schon kein anderer macht, wofür ich so viele Stunden gebetet habe, dann muss ich eben selbst dafür sorgen. So schwer mir das fällt.
Und dann eben doch nicht. Denn damit Anthony auf jedem Buchregal steht, dafür gibt es nur eine Grundbedingung, er muss verkauft werden. Das aber würde mir nur schwerfallen, wenn ich grobe Fehler darin entdecken würde. Handwerklich, ethisch und was man noch so alles verbocken kann bei einem Buch. Das aber tue ich nicht. Und schon gar nicht nach dem Abschluss des letzten Bandes. Wenngleich ich inzwischen ein paar Dinge entdeckt habe, die man mit mehr Worten noch stichfester hätte machen können. Wobei das Seltsame daran aber ist, dass mich bei keinem einzigen dieser Dinge bis jetzt der Drang überkam, das sofort ändern zu müssen. Was heißt, den einen oder anderen Satz schnell noch als Ergänzung mit einzufügen. (Vielleicht später, bei einer Neuauflage, und da auch nur vielleicht.) Denn ich finde ja schon immer, der Autor, der sein Publikum unterschätzt, indem er zeigt wie klug und allwissend er ist, der ist eigentlich ein sehr dummer Autor. (Was mich wieder einmal auf Donny Darko bringt. Wer den Blog verfolgt, der weiß ja, dass mich das immer wieder aufregt. Der Film war so gut, weil er eben nicht alles erklärt. Und dann kam dieser dämlicher Director’s Cut.) Und wenn ich mit dem Finger auf drei Punkte zeige, dann kann der Leser sich selbst im Kopf ein Bild von dem geometrischen Muster machen, das ich damit andeuten will, ich muss nicht noch auch die Linien zeichnen. Und das habe ich bei all diesen Dingen gemacht, mit dem Finger darauf gezeigt. Muss ich wirklich noch dazu schreiben, Dreieck? Nein!
Kurzum, weil ich merke, ich komme schon wieder ins Schwadronieren, ich gehe jetzt die Sache mit der Werbung vielleicht etwas intensiver an, als ich das vielleicht vorher noch vorgehabt hatte. (Weil ich eben dachte, es würde mir schwerfallen, entspricht es doch so gar nicht meinem Naturell. Mit der Glocke um den Hals durch das Dorf zu rennen.) Zumal die Werbung ja auch nur den ersten Band betrifft. (Denn entweder man liest weiter oder eben nicht. Und wer den Fehler macht und den zweiten Band liest, ?, der hat so oder so schon verloren.) Und der erste Band steht, ganz unabhängig von dem, was darauf noch folgt, und so treffend ich den Schluss finde, für sich selbst. (Ja, sorry, a bin ich ganz eitel. Der kann mit allem mithalten, was an Fantasyromanen so angeboten wird. Ich kenne ein paar, die sind ihm völlig ebenbürtig, aber keinen, den ich für noch gelungener halte. Keinen Harry Potter, kein Dune, keinen Goldenen Kompass, keinen Flusswelt der Zeit, keinen Tintentod, keinen Herr der Ringe, etc. Und das sind ja nur die wirklichen Perlen. Von den noch dazu nur zwei bis zum Schluss strahlen. (Ich nenne keine Namen, aber wer den Blog kennt, weiß, wen ich meine.) Wobei mich mit diesen Meisterwerken zu vergleichen ja kein wirklicher Vergleich ist. Sind die ja untereinander ja auch nicht zu vergleichen, außer in der einen Tatsache, sie sind Meisterwerke und werden zurecht geliebt.
Wobei das Interessante ist (was mich auch daran glauben lässt, dass sich all die Mühe irgendwann doch auszahlt), dass die Werbung bereits Früchte zeigt, aber es nicht die sind, von denen ich es erwartet hätte. Denn auf Amazon bewerbe ich ja das E-Book so wie auch das die dazugehörige illustrierte Taschenbuchfassung. Aber nur die Letztere hat sich bereits verkauft. Das E-Book noch nicht einmal. Was ich eigentlich ursprünglich gedacht hätte. Denn 2,99 für einen unbekannten Autor riskieren, das kann sich jeder leisten. Aber so geben die Leute doch tatsächlich 12,99 aus. Und das ist doch erstaunlich, oder? Auch wenn die finanziellen Spielräume mancher Menschen ganz andere sind als die meinen. Einer hat das Buch sogar gleich zweimal bestellt. (Definitiv jemand, der durch Zufall darüber bei Amazon gestolpert ist. Das kann man nämlich dort sehen, bei dem Werbeportal. Denn meinen Namen und den von Anthony habe ich ja gesperrt für die Werbung. (Kurzum, weil zu erklären wie das alles genau funktioniert, zu weit führen würde, wer diese eingibt wird nie die Werbung sehen. Wäre ja auch schön dumm. Denn wer mich oder Anthony sucht, dem muss ich ja nicht auch noch meine Werbung unter die Nase reiben. Er klickt sie an und ich muss dafür zahlen, obwohl er ja so oder so vorhatte ein Buch zu kaufen.))
Was vielleicht auch daran liegt, dass ich einen neuen Text zu dem Buch bei Amazon habe, der klar macht, dass es sich bei Anthony nicht unbedingt um einer der üblichen Fantasy-Geschichten handelt, die man als E-Book -Fan gewöhnt ist. (Was ich nicht verurteile oder von oben herab betrachte, sondern nur hilft, dass diese Leser nicht von dem enttäuscht sind, was sie dafür erhalten.) Sondern eher um ein Buch, das man haptisch erleben muss. Erst recht die illustrierte Ausgabe. Die ja auch für das Auge ein Genuss ist.
In dem Sinne, es wird sich alles schon zum Guten hin wenden (nur eine Frage der Zeit, halbes Jahr, Jahr), wünsche ich ein besinnliches Weihnachten, mit einem guten Buch in der Hand (keine Frage, was ich da empfehle), und viel Liebe in der Luft. Grüße auch von den anderen, die ja auch zum ersten Mal ein solches bewusst feiern.