In der Tat, es ist tatsächlich vollbracht. Irgendwie ist alles noch so unwirklich. Kein Wunder, wenn man über zehn Jahre worauf hinarbeitet, und dann, zackbumm, beendet. Zumal ich ja vor einem Monat noch davon ausgegangen bin, dass ich noch ein halbes Jahr dransitze. Aber der letzte Band war bereits erstaunlich fertig. Zu achtzig Prozent würde ich schätzen, um die zu entkräften, die sagen, und wieso hast Du ihn nicht gleich damals herausgebracht. Nicht vom Umfang. Der ist nur so um die 20.000 Wörter angewachsen. Was aber immerhin auch 60 bis 70 Seiten sind. Wenn man das Layout zugrunde legt, das er zurzeit hat. Aber vom Inhalt. Manches musste sogar umgeschrieben werden. Manches hatte ich doch glatt vergessen zu erwähnen. Essentiell zum Verständnis. Kurzum, es ist schon gut, so wie es ist. Und ich bin auch mächtig zufrieden. Das ist ein wirklich würdiger Abschluss. Flott und lesbar, was wichtig ist.

Was sich zwar selbstverständlich anhört, es aber nicht ist. Denn wenn ich sage zwei und zwei ist vier, dann ist das ja auch flüssig, aber wenn ich sage, zwei und zwei ist fünf, dann eben nicht. Wobei es ich hier aber genau anders herum verhält. Ich erzähle ja erst zwei und zwei ist fünf, auch wenn der Leser vermeint zu lesen, da steht zwei und zwei ist vier. Was sich nicht nur etwas kompliziert anhört, sondern auch ist. Aber was ich sagen will, erst beim zweiten Mal lesen, steht auch zwei und zwei ist vier dort, obwohl sich am Text nichts verändert hat. Weil dann ist alles klar. Besser kann ich es leider nicht ausdrücken.

Vielleicht auch erst beim dritten oder vierten Mal. Was keine Schande ist, das Wichtigste ist nämlich immer nur, dass der Leser amüsiert ist. Also gerne noch einmal liest. Ist das doch mein wirklicher Anspruch. Wenn mir das gelingt, habe ich alles richtig gemacht. Und am liebsten ist es mir natürlich, wenn er die ganze Reihe noch einmal liest. (Und wenn es der Herr will, hundert Mal!) Und dass er sich dann daran freut, all das zu lesen, wo schon zwei und zwei ist fünf stand, was man aber auch als zwei und zwei ist vier lesen kann.

Es ist nicht so, dass die anderen Bände von solchen versteckten Ostereiern strotzen, als Autor muss man da sehr aufpassen, aber ab und zu kommt schon eins. Mit dem Aufpassen meine ich, man kann es übertreiben, und es hätte auch die Attitüde, kuckt mal, was ich kann. Und somit wäre es mein Buch (Und wohlig gießt mir den Honig in den Bauchnabel!) und nicht mehr das von Anthony. Es wäre ein Kopfgeburt, das aber war es nie. Es war immer ein Buch für das Herz. Nichtsdestotrotz extrem Komplex. Aber ist das Herz das nicht auch? Es gibt nichts Komplexeres als die Seele, die in ihm wohnt. Und nicht alle Fragen finden eine Antwort. Was für mich aber selbstverständlich ist. Ein gutes Buch stellt immer mehr, als dass es Antworten gibt.

So, jetzt ist erst einmal Schluss, ich werde die nächsten Tage vermehrt etwas posten, muss ich doch mit so viel freier Zeit fertigwerden, habe doch diese letzten zehn Jahre eigentlich immer durchgearbeitet. Dann aber, versprochen, werde ich mich nur noch melden, wenn es auch was zu sagen gibt.

Grüße auch von den anderen