Der dritte Band hat die Pläne einmal wieder geändert. Was aber nur Vorteile hat. (Ein Versprechen, das nicht all meine Planänderungen einzuhalten vermögen.) Ich wollte ja die englische Übersetzung mit der deutschen Generalüberholung parallel laufen lassen. Weil ich ja der Überzeugung war, dass erst dann meine Übersetzung Bestand haben kann vor kritisch prüfenden Augen. Was aber zum einen flachfällt, da kritische Augen sich bis jetzt noch keine blicken lassen haben (ich habe erst ein Exemplar im Englischen verkauft, zudem an meinen Onkel in Amerika (In der Tat, diesen gibt es 😉) der das aber mehr aus Höflichkeit heraus getan hat, denn eine Kritik seinerseits hat mich noch nicht erreicht, und nachfragen möchte ich nicht, Angst vor dem Tsunami 😉) und zum anderen, dass die Übersetzung gut genug ist, um sie zumindest einem Verlag vorzulegen, damit der weiß, worum es geht. Was nicht heißt, dass ich das machen werde, es geht nur um das, ich könnte. Wirklich gut zu sein, das wird noch mindestens zwei Jahre dauern, wenn ich artig meine Hausaufgaben mache. Das aber ist mir zu lange.

Womit wir zu den Vorteilen kommen, wenngleich es ja keine Nachteile gibt. Denn wenn noch niemand die englische Übersetzung gelesen hat, zumindest des ersten Bandes, denn nur den kann man ja erwerben, auch wenn 2 und 3 bereits übersetzt, dann wird es auch niemand geben, der meine Planänderung rügen möchte. Denn der dritte Band hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, einfach weiterzumachen, und zwar bis zum Schluss. Natürlich habe ich Fehler darin gefunden, und ich spreche nicht von Nachlässigkeiten, ein vergessenes Komma oder so, oder ein verlorengegangenes n oder auch p, aber sie waren nie so schlimm, dass in mir das Gefühl der Scham aufkam. So wie das Buch war, war es den Preis schon wert, auch mit Fehlern, und jetzt erst recht 😉 Es sind immerhin drei Kapitel dabei, die ich zu meinen Lieblingskapitel zähle. Und ein richtig schlechtes habe ich so oder so keines gefunden. Viele über dem Niveau, das ich von mir selbst fordere. Zumal die Bedingung erfüllt wird, die ich immer erfüllt haben wollte, kein Band ist wie der andere. Und jeder besitzt seine eigene Seele. Auch wenn der vierte dann wieder einen Bogen zum ersten schlägt. Aber das war ja schon immer gewollt, nicht dass der Leser mir total verlorengeht. 😉 Aber wer den Band kennt, der weiß ja, dass es kein Übermalen mit nur einer anderen Farbe ist. Das machen schon so viel, da muss ich nicht dazugehören. (Später noch mehr zu dem Thema. Ich bin heute in Laberlaune. Weil ja der dritte Band mich so erfreut hat. Und er bereits auf dem Markt ist mit diesem wesentlich gelungeneren E-Book-Cover. Einmal kurz durchschnaufen und ein weiteres Häkchen an den großen Plan, ganz wie der Liebe Gott. (Insiderjoke für die, die den dritten Band kennen.)
Kurzum, ich werde jetzt den vierten und fünften Band überarbeiten und mich dann an den sechsten machen, der ja in grober Fassung bereits fertig ist. Hat bereits 400.000 Wörter auf drei einzelne Bände aufgeteilt und wird dann wahrscheinlich bei 420.000 bis 460.00 enden. Ich kann es nicht genau sagen, weil ich ja diesbezüglich etwas kindisch bin. Frau Rollins „Harry Potter“ Reihe hat ja auch so um die 1.100.000 Wörter und irgendwie will ich gern darunterbleiben, und wenn es nur um ein Wort ist. Nicht, dass es heißt ich wolle mich über sie stellen. 😉 Sie hat ihren wohlverdienten Platz in der Literaturwelt und ich bin der Letzte, der ihr den streitig machen möchte, oder sich mit ihr messen möchte. (Auch dazu noch mehr.) Was ja schon vollkommen klar wird, wenn man die beiden Reihen vergleicht, die nur oberflächlich viel gemein haben.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, warum nicht gleich so? Das werden die wenigen deutschsprachigen Fans mich fragen, die bis zum fünften Band sich als Anthonys treue Freunde erwiesen haben, und die ich so bitter enttäuscht habe, dass ich die Hörbücher und das Übersetzungsprojekt gestartet habe und sie somit um das wohlverdiente Finale gebracht habe. Was ich mir als charakterliche Kritik sehr wohl anzuhören habe, aber auch mit ganz realen Umständen ein wenig zu entkräften weiß. Das hier ist nämlich ein Ein-Mann-Betrieb (ist mir Franus doch manchmal mehr als nur ein Bruder 😉 ) und ein gutes Buch stemmt niemand allein. Schreiben, Cover, Illustrationen, Lektorat, Korrekturlesen. Auch nicht die Genies, die mit 20 schon ein Jahrhundertwerk geschrieben haben. Gibt es die überhaupt? (Und wenn es nur eine Schwäche in der Groß und Kleinschreibung ist, wie sie Thomas Mann nachgesagt wird.) Und erst mit dem zeitlichen Abstand, den ich inzwischen vom 4 und 5 Band gewonnen habe, kann ich wieder die Fehler sehen, die mir vorher einfach nicht mehr auffallen wollten. (Und wenn ich ehrlich bin, dann wäre es auch im Interesse dieser Bände eigentlich besser, wenn ich sie parallel übersetzen würde, denn man will es nicht glauben, was einem durch die neue Perspektive dann noch so alles auffällt. Was aber andererseits auch ein zweischneidiges Schwert ist. Die volle Konzentration geht ein wenig verloren. Und somit: Wie man es macht, man wird nicht allen Göttern dienen können. Zu viele Altäre für einen allein.) Jetzt aber kann ich sie zumindest soweit hinkriegen, dass sie meinen persönlichen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Und dann hoffentlich auch den letzten. Wobei ich aber kein zeitliches Versprechen abgeben will. Halbes Jahr, plus-minus. Man ja schon mal beginnen, die vorherigen Bände noch einmal durchlesen, um das Ganze dann auch zu verstehen. Wenngleich ich denke, dass nach dem letzten Kapitel dann so oder so ergibt. 😉

Womit wir beim nächsten Thema sind, mir wurde neulich mal wieder gesagt, ich solle doch meine eigenen Werke nicht ständig schlecht machen. Was ich verstehen kann, denn es mag in der Tat für einen Außenstehenden oft so klingen, was ich aber gar nicht so meine. Und was vielleicht auch daran liegt, dass die Welt es nicht gewohnt ist, dass man Eigenkritik übt, wird es doch als Schwäche interpretiert. Deswegen auch entschuldigen sich Politiker so ungern. Oft wahrscheinlich gar nicht einmal, weil sie nicht selber erkennen, dass es Unsinn war, was sie da gemacht haben, sondern weil es Ihnen von PR-Agenturen so empfohlen wird. Donald Trump ist da ein gutes Beispiel. Der hat so viel Unsinn gemacht, dass es gar nicht anders sein kann, dass selbst im das ein oder andere als Unsinn aufgefallen sein muss. (Ihm Intelligenz streitig zu machen, das wäre dumm.) Aber hat er sich einmal für etwas entschuldigt? Nein. Und warum nicht, eben, weil es ihm als Schwäche ausgelegt werden würde. Nicht vom gesunden denkenden Menschen der weiß, dass nur der schwach ist, der sich nicht entschuldigen kann, sondern von denen, die ihn wählen.

Nein, ich will meine Werke nicht schlecht machen. Auch nicht die von Franus. Wir wissen beide, was wir können. (Wozu aber natürlich auch gehört, zu wissen, was wir nicht können.) Und ich finde, dass die Saga von Anthony unvergleichlich ist. Natürlich hat sie Schwächen, die haben andere Serien aber auch. Und um zu zeigen, dass ich auch die Nase ab und zu weit oben tragen kann, manch Serien sind nichts anderes als eine einzige Schwäche. Einige wenige fangen gut an, haben zum Beispiel einen phänomenalen ersten Teil, aber dann geht es geschwind den Bach hinunter. (Matrix zum Beispiel, aber das hatte ich schon im letzten Post erwähnt.) Und dass ich mich nicht dazu äußere, das hat gar nicht mal so viel mit politischer Correctness zu tun, denn wer mich privat kennt, der weiß, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme, sondern eher damit, dass ich keinen Nutzen darin sehe, hier an dieser Stelle über irgendjemand schlecht zu reden. Mir ist wichtig, dass das, was ich mache gut ist, wozu ich aber nur gelange, wenn ich Kritik an mir übe, und möglichst objektiv abschätze, was so sind meine Stärken, wo muss ich noch an mir arbeiten. Und was andere machen, das ist mir eigentlich ziemlich egal. Ich neide ihnen auch nicht den Erfolg. Er ist mir oft rätselhaft, das war es aber auch schon. So wie es mir rätselhaft ist, dass ich keinen habe. 😉 Nein, nicht wirklich. Ich weiß, dass die Art wie ich schreibe nicht das breite Publikum trifft. Aber mit ein wenig Glück sind da trotzdem Millionen drin. 😉 Ganz objektiv. Das ließe sich nämlich alles prima verfilmen.

Ach, ich könnte erzählen und erzählen. Eigentlich wollte ich noch mal auf Harry Potter eingehen und was Anthony Noll von ihm unterscheidet, aber es wird irgendwie zu lang. Oder warum es ein gutes Gefühl ist Anthony jetzt doch zu einem vorläufigen Ende zu bringen. (Nur so viel, das Ende muss stehen, nicht dass mir irgendjemand noch versucht dreinzureden. Denn so wie es ist, würde es kein Verlag durchwinken. Aber deswegen ist ja auch so gut. 😉 Und wenn es erst raus ist, dann kann man nichts mehr ändern, höchsten falsche Komas eliminieren oder vergessenen n und p’s hinzufügen. Und vielleicht auch wirklich gröbere Fehler, die trotz aller Mühe immer noch übersehen habe. Denn irgendwie habe ich das Gefühl immer bei Frau Rowling, dass ihr das so geschehen ist. (Da haben wohl ein wenig zu viel Leute mitgeredet und sie einfach die Schnauze vollgehabt, wie man im derben Deutsch dazu sagt.) Denn wieso sonst hat sie dieses letzte Kapitel viele Jahre später am Bahnhof geschrieben? (Und in der Tat habe ich immer Mitgefühl mit ihr, denn sie hat ihre Figuren sicherlich genauso geliebt wie ich die meinen. Was seltsam klingt, sie hat die Taschen voller Geld und meine haben nur Löcher.) Denn damit hat sie uns ja definitiv klar gemacht. Ende (Es ist nach der großen Schlacht um Hogwarts nichts passiert und. Es wird auch danach nichts mehr passieren.) Ich aber könnte das meinem Anthony nicht antun. Und auch nicht all denen, die ihn lieben.

Grüße von ihm und den anderen, aber natürlich auch von mir und dem Baum.