Schande über mich. Nicht kübelweise, ein Fingerhut tut es auch. Denn was ich versprochen habe, ist ja eigentlich nur, dass der zweite Band in der überarbeiteten Fassung in Deutsch spätestens Anfang Weihnachten herauskommt. Und das wird in jedem Fall gehalten. Dass es eine illustrierte Ausgabe geben soll, war ja eigentlich nur ein Zuckerle. Somit, was des Leid des einen, ist die Freud des anderen. Denn die illustrierte Ausgabe, ich bringe sie zeitlich irgendwie nicht unter. Was andererseits heißt, dass die normale schon demnächst wieder erhältlich sein wird. Denn ich habe den Text ja ins Englische übersetzt und auch bereits einmal korrigiert, und dazu beide Male die deutsche Fassung parallel aufgehübscht. Sodass sich diese nun wirklich nicht mehr zu schämen braucht, mit ihren Geschwistern auf dem Geburtstagfoto zu erscheinen.
Damals, als sie zum ersten Mal veröffentlich habe, waren einige Längen drin, und somit war sie wohl nur vier Punkte wert. Wenngleich ein echter und wahrhafter Anthony-Fan immer fünf gegeben hätte. 😉 Nicht vom Inhalt, der hat sich ja kein bisschen geändert, aber vom Handwerklichen. Jetzt aber bin ich rundum zufrieden. Und sie ist auch so ziemlich the spitting image der englischen. Wenngleich die irgendwann, wenn der dritte Band seine erste grobe Übersetzung erfahren hat, noch einmal korrigiert wird. Und vielleicht fällt mir noch was ein, was mir Anthony ins Ohr geflüstert hat, und was ich bis jetzt vergessen habe. Aber ich denke nicht, dass es mehr als eine Seite Unterschied ausmacht. Wie gesagt, ich bin sehr zufrieden. Und das will was heißen, denn ich glaube, dass niemand diesen zweiten Band kritischer betrachtet hat, als ich.
Dass es vorerst keine illustrierte Fassung gibt liegt daran, dass ich mir gestern überlegt habe, dass doch eine Option wäre, diese vorerst zu streichen und damit den Berg von Arbeit, den ich da vor mir habe, etwas kleiner erscheinen zu lassen. (In der Tat, nur bei der Vorstellung fiel mir sogleich eine große Last von den Schultern, sodass sofort klar war, diese muss Wahrheit werden.) Zumal ich sagen muss, dass es ja nicht gerade so ist, dass man mir den ersten illustrierten Band aus den Händen reißt. Was aber kein Wunder ist, denn dem anderen ergeht es ja nicht anders. (Ein Thema, auf das ich noch speziell eingehen werde.) Außerdem (denn wie gesagt, ich kenne niemand, der mit allem, was Anthony betrifft, kritischer ins Gericht geht) es könnte besser gemacht werden. Nicht, dass ich Franus Vorwürfe mache, im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er das Beste abgeliefert, und es ist auch zweifelsohne gut, aber jemand, der dieses Metier beherrscht, könnte da mehr herauskitzeln. Der Stil müsste ein anderer sein, wenngleich ich selbst nicht benennen könnte, wie das denn zu definieren ist. Ich müsste es sehen, um es zu wissen. Oder, um es so zu sagen, jeder kennt ja die erste deutsche Harry Potter Ausgabe von Carlsen, und da passt das Cover, meiner Meinung nach, so gut zum Inhalt wie, dass ein Elefant Stöckelschuhe tragen soll. Egal, ob einem dieser rosa erscheint. Handwerklich korrekt, das ja, aber niemand hat deswegen das Buch gekauft. Haben doch alle Cover dieser Reihe den Reiz der Kunstwerke der evangelischen Kirche in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die mich immer sogleich depressiv werden lassen. (Diese Jubiläumsausgabe ist da um Ecken besser.) Eine freundlichere Herangehensweise ist vielleicht die, Frau Funke, die jedermann ein Begriff sein sollte, illustriert ja ihre Bücher selbst, und auch wenn man über die Qualität des geschriebenen Wortes in den Gazetten nicht immer nur eine Meinung finden, das immerhin macht sie verdammt gut. Was besondere Erwähnung bedarf, weil sie ja nicht die beste aller Zeichnerinnen ist. (Wie gesagt, verdammt gut, das ja, aber es gibt welche, die machen das als Haupterwerb und haben schon deswegen einen kleinen Vorteil.) Was uns aber wieder einmal dazu führt, ein Kunstwerk muss nicht perfekt sein, um es zu einem Kunstwerk zu erheben. Manche können Dinge zum Leben erwecken, andere eben nicht. Da kann man üben, üben und üben, das ist leider nicht zu erlernen. Und endlich beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, denn vielleicht ist er ja gerade deshalb unser Anthony so liebenswert. Er ist nicht perfekt.
Übrigens auch nicht das Hörbuch. (Wieder kein Vorwurf an Franus, er hat das Beste im Rahmen seiner Möglichkeiten abgeliefert, aber es gibt welche, die machen das zum Broterwerb und haben schon deswegen einen Vorsprung. Natürlich ist es gut, stellenweise sogar verdammt gut, aber bestimmt könnte man noch mehr herauskitzeln. Das Problem ist dies, Franus hat früher mal Telefonakquise betrieben, und auch wenn ich nicht oft lobe, er war ein Ass. Zudem Kaltakquise, und nach nur fünf Minuten haben ihm die vormals Fremden die Erdnüsse aus der Hand gefressen. Was den Irrtum aufkommen ließ, seine Stimme wäre geeignet zum Einsprechen eines Hörbuchs. Doch das eine hat leider mit dem anderen nichts zu tun, obwohl scheinbar so ähnlich.) Wobei das ein Meckern auf hohem Niveau ist. Ich kenne ja auch Hörbücher von manch einem berühmten Sprecher, der in anderen Fällen gewiss ein Meisterwerk abgeliefert hat, hier aber nicht. Und wo mein Anthony immer noch Meilen voraus ist. Außerdem sind Stimmen ja immer etwas sehr Subjektives. Eine Ähnlichkeit mit jemand, den jemand kennt, kann zum Vorteil oder zum Nachteil gereichen.
Neues Thema: Was den schleppenden Erfolg betrifft, der sich sehr geringen Verkaufszahlen sehr deutlich zu erkennen gibt, werde ich nun also doch Werbung betreiben müssen. So gut ein Buch ist, wenn es niemand kennt, wird es auch niemand kaufen. Dementsprechend habe ich die Option gezogen, da ich ja exklusiv bei Amazon bin, „Anthony Noll und der goldenen Zeigefinger“ fünf Tage lang zu verschenken. (24 Exemplare.) Was natürlich ein zweischneidiges Schwert ist. Es macht einen bekannt, hat aber einige Tücken. Erstens, geschenkte Bücher sind nichts wert, weil sie nichts kosten. Allgemeine Meinung. Zweitens, die, die in Amazon danach schauen, wo sie was umsonst kriegen, wollen dann auch den Rest umsonst. (Es kursiert ja die irrige Meinung, dass Künstler, wenn sie sich nur genug Mühe geben, nur von der Luft alleine zu leben vermögen. Und vor allem, dass die Armut ihnen große Freude macht. Erstaunlicherweise besonders bei den Leuten, die, sollte man ihnen etwas wegnehmen, sofort nach dem Gendarmen rufen.) Drittens, die, die es sich umsonst runterladen, lesen es nicht unbedingt, und wenn doch, haben zumeist nicht die Auffassung, dass es doch ganz anständig wäre, wenn sie schon etwas umsonst bekommen, sich mit einem Urteil zu revanchieren. Das sich in der Abgabe ein paar Sterne, auch ohne Worte, eigentlich recht leicht fällen ließe. Und wenn sie doch sogar persönlich weiterempfehlen sollten, das immer mit Hinweis darauf tun, dass sie es ja umsonst bekommen haben. Sodass die oder der Beworbene das natürlich auch für sich reklamiert. Aber, um die Sache kurz zu machen, was soll ich sonst tun. Zumal es mir leichtfällt, denn wenn ich ehrlich bin, stört es mich nicht, wenn das jemand umsonst auf seinem Kindle, Tolino, etc. hat. Denn ich habe dieses E-Book Business nie ganz verstanden. (Übrigens auch nicht das mit dem Streamen.) Ich muss ein Buch in den Händen halten können. Oder eine DVD oder CD. Im Notfall tut es auch ein Stick, wenn er von der äußeren Aufmachung einmalig ist. Außerdem, was die Leute immer vergessen, sie haben das E-Book nicht gekauft. Auch wenn es sich so für sie anfühlt. Denn rein rechtlich haben sie nur das Recht erworben, es zu lesen. So zumindest habe ich das verstanden. Das Buch ist zwar auf deinem Rechner, du darfst es auch lesen, wann immer du willst, aber es gehört dir nicht.
Ich werde das, wenn die nächste Periode anfängt, denn innerhalb neunzig Tage darf diese 5 Tage-Option nutzen, die nicht zusammenhängend sein muss, wieder machen. Also, wer es umsonst sein E-Book haben will, muss Amazon kontrollieren; irgendwann im Juli. Ich werde nicht speziell darauf hinweisen. Was aber auch nicht so wichtig ist, denn wenn der zweite Band „Anthony Noll und das Geheimnis der Nummer elf“ endlich fertig ist, wozu gehört, dass das E-Book ein neues Cover bekommt, wird der erst Band für eine gewisse Zeit auf 99 Cent gesenkt werden. (Und zwischen geschenkt und 99Cent ist ja kein großer Unterschied.) Wie lange, das kann ich nicht sagen, aber ich habe mir da innerlich eine Brandmauer an Verkaufszahl eingebildet, die, wenn erreicht, die Aktion wieder stoppen wird.
Ansonsten werde ich in mich jetzt an die erste grobe Übersetzung des dritten Bandes machen. Was dauern wird, ist er doch von der Größe her ein Monster. Von der Anzahl der Worte fast doppelt so groß wie der erste. Ich hoffe, dass wenn fertig, ich dann endlich wieder soweit der englischen Sprache mächtig bin, dass ich die ganze Welt erobern kann. Und das von deutschem Boden aus. 😉 Wenngleich friedlich. Ich bin den Übersetzungen des ersten und zweiten Bandes allerdings bereits so zufrieden, dass ich dieser Zukunft gelassen entgegentrete.
Ja, das stimmt wirklich glücklich, ich hätte nie gedacht, dass ich es hinkriege. Und ich würde jedem empfehlen, sie sich zuzulegen, denn sie sind in der Tat ein wenig anders. Was leicht nachzuvollziehen ist, denn stellt euch vor, es gäbe den „Zauberberg“ von Thomas Mann in Bayrisch, was für ein Werk es wohl dann wäre. 😉 Aber ich kann Euch beruhigen, so groß ist der Schritt dann doch nicht. Wenn auch immer deutlich zu erkennen. Wie ich übrigens generell bei jedem Werk empfehle, das Original zu kaufen, denn selten kommt die Übersetzung da ran. Wenngleich es hier ja eigentlich umgekehrt ist. Der deutsche Anthony war zuerst da. Doch das Wichtige in diesem Fall ist, der Autor ist hier auch der Übersetzer und hat somit das Recht sich einige Freiheiten herauszunehmen. Womit wir, zum Beispiel, wieder bei „Harry Potter“ wären. Super-Übersetzung, fast wortgetreu, ein großes Lob, aber worin vielleicht auch der Haken liegt. Es kommt nicht an das englische Original heran. Wobei ich nicht einmal sagen möchte, dass der Autor die Dinge zum Leben erwecken und der Übersetzer eben nicht, denn da es ja so wortwörtlich ist, waren ebendiesem Übersetzer vielleicht auch die Hände gebunden, dem Ganzen noch den Pusch zu versetzen, der nötig wäre es zur Kunst zu erheben. (Mein Begriff von Kunst ist allerdings ein weit gedehnter und unterscheidet sich doch sehr von dem manch eines Museums.) Denn es gibt ja auch den umgekehrten Fall, dass eine Übersetzung viel besser als das Original ist. Wobei aber sofort wieder ein beruhigendes Wort von meiner Seite kommen muss, der englische Anthony unterscheidet sich vom deutschen, das ganz zweifelsohne, schon allein dem anderen Sprachrhythmus geschuldet, aber keiner ist dem anderen um eine Nasenspitze voraus.

So, dass war ziemlich viel, Papa ist müde und muss mit seinen Kindern ein wenig ausruhen, und der Baum wird ihnen allen ein kleines Schlaflied singen. Grüße natürlich auch von ihm und all diesen Kindern.