So, das Buch „Mein Vater, der Präsident“ von Franus Graueis ist eingesprochen. Knapp 80 Stunden. (Um genau zu sein 79 und 37 Minuten, aber das winke ich mal als knapp achtzig durch.) Aus denen dann rund 10 Stunden werden. Es hat ja nur unwesentlich mehr Wörter als „Anthony Noll und der goldene Zeigefinger. 99.000 zu 93.000. Und das hat weit über 9. Gebraucht habe ich dafür knapp über einen Monat. (Genau gesagt, einen Monat und zwei Tage, was aber wieder ganz gelassen durchwinke.) Vier Tage Pause. Die aber auch nur, weil die Stimme nicht immer mitmachte. Hatte ja mal diese Stimmbandlähmung, die nach der Meinung der Ärzte unheilbar war. Nun ja, unheilbar und vier Tage Ausfall, das ist ja dann zum Glück doch ein kleiner Unterschied.
Aus den rund 80 Stunden 10 zu machen, das wird ziemlich lang dauern, denn ich muss ja mindestens diese knapp 80 stunden veranschlagen, um den Text wenigstens einmal zu hören, und mich für die beste Version zu entscheiden. Habe ja jeden Satz mindestens viermal eingesprochen, um ganz sicher zu gehen. Bei „Anthony und der goldene Zeigefinger“ hat Franus das nur dreimal gemacht, und das war ein paar Mal ein Mal zu wenig. Wir konnten die Fehler beim Schneiden zwar meistens kaschieren, aber der Zeitaufwand war erheblich, so dass diese vierte Version allemal eine gute zeitliche Investition war, auch wenn sie nach Adam Riese rund 20 Stunden gekostet hat. Wenngleich 15 wohl ehrlicher sind, denn manch Passagen habe ich ja nicht nur viermal eingelesen. Wenn das Blaukraut mit dem Brautkleid, man kennt es ja. Manch Sätze, die sich so einfach lesen, lassen sich nur verdammt schwer unfallfrei über die Lippen bugsieren. Das passiert auch Tagesschausprechern. Und manch Textpause war zudem auch unfreiwillig. Wenn der gemeine Pöbel vor dem Fenster meines Schlosses mit seinen stinkenden Rössern vorbeidefilierte. Verdammt noch einmal, die sollen zu Fuß gehen, das hält gesund! Ich bin viel zu gut zu ihnen. Daumenschrauben und trockenes Brot. Aber was soll’s, jetzt ist es geschafft.
Der Plan ist, jetzt wieder zweigleisig zu arbeiten. Das Hörbuch fertigzustellen, was rund zwei Monate dauern wird, und den zweiten Anthony Band fertigzustellen. Mal sehen, ob ich Franus dazu überreden kann, ihn doch noch auch als Hörbuch herauszubringen. Irgendwie macht das ja auch Spaß. Wenn es nur nicht so verdammt anstrengend wäre. Denn, man will es kaum glauben, mir klebte das T-Shirt oft vor Schweiß am Körper. Und in meinem Schloss ist es alles andere als warm, denn ich heize nie. (ja, der König ist berühmt, aber schrecklich arm.) Versprechen kann ich aber nichts. Denn bei den finanziellen Aussichten überlegt man sich solch ein Projekt zweimal, zumal es ja dann auch vom dritten und vierten, fünften und sechsten Band erwartet wird. Auch wenn ich ja immer noch daran glaube, dass sich Qualität irgendwann durchsetzt. Und ich, sowohl als auch Franus, generell keine Ware mit Verfallsdatum produzieren. Es sind Bücher, und in seinem Fall auch Kunstwerke, die der Zeit nicht so ausgesetzt sind, wie zum Beispiel die Haare auf meinen Kopf. Auch wenn uns beiden bewusst ist, Unsterblichkeit ist damit nicht zu erringen. Aber in hunderttausend Jahren redet ja auch niemand mehr über Adolf Hitler. Zum Glück!
So, das Ganze ein wenig eingedampft, versuchen wir also alle, die kurze Zeit hier auf Erden so sinnreich wie möglich zu gestalten und die uns gestellten Aufgaben mit Würde zu absolvieren, und ansonsten uns zu erfreuen an dem was ist, und nicht an dem, was alles sein könnte. Es ist das Schreiben, das mich am Leben hält, nicht der Verkauf von Büchern. Auch wenn ein bisschen mehr Geld in der Börse eine Anerkennung wäre, an der ich mich ganz banal zu ergötzen wüsste. Ich bin nur ein Mensch, auch wenn ich früher anderes dachte. Aber waren nicht einst alle Narren? Traurig nur um die, die es ewig bleiben. Nein, Hass, Eitel- und Engstirnigkeit, das sind keine guten Übungen für die Ewigkeit.
Grüße auch von den anderen, Anthony, Broms, Sims, Ramshin, Mathilda, und nicht zu vergessen, dem Baum