Schande über mich, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Man könnte fast denken, dass ich (weil inzwischen ja so erfolgreich, reich und berühmt) die Nase ganz schön weit oben trage, und die Fans with me from the roots vergessen hätte. Doch es hat zum Glück ganz andere Gründe. Zum einen war ich so in die englische Übersetzung vertieft, dass ich wirklich kaum Zeit für was anderes fand (seit Wochen durchgehend, jeden Tag, jeden einzelnen Satz auf den Kopf gestellt, geschüttelt und geklopft, solange bis ihm kein Fehler mehr aus den Taschen fiel), und zum anderen habe ich ja so einen Datentarif für das Internet. 10 Giga-Byte pro Monat. Eigentlich vollkommen ausreichend, aber plötzlich hieß es, mein Microsoft-Programm wird ab demnächst nicht mehr supportet, wenn ich kein Update mache. Natürlich habe ich das sofort gemacht, ängstlich wie ich in diesen Dingen bin, aber schwuppdiwupp waren dann plötzlich 5 Giga-Byte verbraucht. So musste ich also über drei Wochen auf Sparflamme fahren. Die eiserne Reserve aber galt immer der Recherche, wie zum Bespiel, wann sagt man, begin, start oder launch. (In dem Bereich hätte ich übrigens tausend andere Wörter nennen können, big-fast-great-large-vast usw.) Aber jetzt bin ich ja wieder da, und das ist doch die Hauptsache. 😉
Sonst habe ich trotz der langen Zeit aber kaum etwas zu vermelden. Denn tatsächlich habe ich außer englischer Übersetzung kaum etwas anderes gemacht. Was zwar interessant war, aber dann doch auch extrem zäh und anstrengend. Und übrigens noch immer nicht beendet ist. Auch wenn endlich das Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Jetzt noch einmal rasch drüberlesen, Dauer eine Woche, dann ruhen lassen, etwa vier Wochen (Cover erstellen, etc.) noch einmal durchlesen, eine Woche, dann endlich veröffentlichen. Ja ja, unglaublich was für ein Pedant ich manchmal bin. Not just a stickler, even a fussy stickler. Aber es soll ja auch gut werden, oder?
Eigentlich war ja mein Plan, als ich diese Projekt startete (wenn ich mich recht erinnere war es irgendwann im Februar), ich gebe Anfang Dezember als Veröffentlichungstermin an, weil dann kann ich mir einen schönen Sommer machen, und keiner kann mir nachweisen, dass ich nicht fleißig war. Nun, das mit dem nicht fleißig, das hat sich dann leider als wahr herausgestellt. Denn auch wenn ich in meiner ersten Euphorie, dass ich überhaupt in der Lage sein könnte, dieses Projekt zu stemmen, und nach der ersten Übersetzung, die ich tatsächlich für so gut hielt, dass man sie an einen Verlag schicken könnte (was im Nachhinein so peinlich ist allein daran zu denken, und ich mich nur insofern ein glücklicher Mensch nennen darf, weil ich diese schon längst wieder gelöscht habe) noch ein paar Tage diesem Irrglauben anhing, so hat sich das dann doch bald geändert. Zum Glück und auch leider. Leider, weil es zeigt wie alt man ist, man hat nicht mehr das Gefühl der Jugend in der Brust, das Herz und der Geist (gleich nach der Geburt einem von den Engeln gegeben), sei für immer unfehlbar, und zum Glück, weil es eben zeigt wie alt man ist. Man weiß worauf es ankommt, und dass einem das Publikum solch einen lächerlichen Auftritt wohl nie vergessen wird. Was nicht heißt, dass die Übersetzung jetzt zu hundert Prozent perfekt ist, aber sie ist inzwischen immerhin ganz manierlich. Wie gesagt, noch einmal oder zweimal übers Haar gebürstet und man kann sie auf die Straße zum Anschaffen schicken.
Ein kleines Problem habe ich allerdings bei diesem Projekt. Auch wenn es nicht wirklich ein Problem ist. Ich finde immer noch Verbesserungspotential an der Geschichte. Auch wenn es zumeist nur Kleinigkeiten sind. Aus einem Lachen wird zum Beispiel ein schiefes Lachen usw. Somit hat die englische Übersetzung ein paar Bereicherungen erfahren, die dem deutschen Original natürlich fehlen. (Aber das ist es eben, lasse nie den Autor seine Geschichte selbst übersetzen. Doch was blieb mir anderes übrig.) Letztendlich hat stehen jetzt knapp 97.ooo Wörter 87.ooo gegenüber. Was allerdings viel dramatischer klingt als es ist. Denn was im Deutschen oft nur ein Wort ist, hat im Englischen einige mehr. Zumal haben wir auch die viel längeren Wörter. Donaudampfschifffahrtskapitän. Und manchmal auch mussten Sachen etwas länger erklärt werden, die im Deutschen in einer knappen Formel sich finden. Und somit ist die Seitenzahl fast identisch. Und auch die Zeichenzahl 437.ooo. zu 442.ooo. Wobei jetzt aber das erstaunliche ist. Die 442.ooo