Puh, soeben die Rohfassung von Buch 1 „Wenn große Roboter
weinen“ beendet. Und ich habe am Ende wirklich Rotz und Wasser geheult. (Wirklich
sehr traurig, alles.)

Vielleicht aber auch, weil ich jetzt erst einmal leer bin. Denn
das Schlimme bei mir ist ja das, dass ich, wenn es darum geht, etwas zu
beenden, und ich endlich die Zielmarke sehe, immer schneller zu laufen beginne.
Solange, bis ich dann völlig erschöpft bin.
Was ich jetzt erst einmal bin. Obwohl das zweite Buch auch schon bereits
halbfertig in meinem Kopf liegt. Und die letzten gut 100 Seiten des letzten Buches
eigentlich schon, als ich den ersten Band noch nicht einmal beendet hatte.

Im Grunde muss ich jetzt eigentlich alles nur noch niederschreiben.
Was aber, selbst wenn man sich sieben Seiten am Tag als Maßstab setzt, was eine
wirklich stolze Marke ist, ist ja Anthony nicht unbedingt das, was man als
Groschenroman versteht (was den Leuten heute aber, mit einem geschickten
Marketing und einemhübschen Cover als Literatur vorgesetzt wird), trotzdem fast
100 Tage ununterbrochener Arbeit bedeutet. Allein für die Rohfassungen der zwei
Bücher. Was sich dann noch anschließt, das ist ja mindestens das Doppelte.

Und wenn ich
ununterbrochen schreibe, dann meine ich auch ununterbrochen. Sieben Seiten sind
übrigens rund 2000 Wörter. Das erste Buch hat jetzt 91.000 und wird nach der
Korrektur so um die 5000 mehr haben. Reine Schätzung, basierend auf Erfahrung.
Vielleicht auch nur 1000 mehr. Weniger eher unwahrscheinlich, weil ja oft
wichtige Informationen im Eifer des Gefechts vergessen wurden. Und einen Satz,
der noch einmal etwa das Gleiche sagt wie sein Vorgänger, zu streichen, das
kostet ja nur 10 bis zwanzig Wörter. Und Wortdoppler sind auch nicht meine
wirkliche Schwäche.

Ich vergleiche das Schreiben immer gern mit Malerarbeiten. Habe
ich ja in meiner Schulzeit in den Ferien damals damit Geld verdient. Richtig
gute Knete, von der ich als Literat nur träumen kann;-) Ein Zimmer ist nämlich schnell
gestrichen, die Wände, die Decken, all das was flächig ist. Aber das doppelte an
Zeit brauch man dann für die Ecken, das unzugängliche Terrain hinter den
Heizkörpern etc.

Aber ich will nicht meckern, wäre ich ja froh, wenn ich erst
einmal alle drei Rohfassungen in den Händen halten könnte. Weil beim Verbessern
muss ja keine Zielmarke eingehalten werden. Das läuft so wie es eben läuft.
Manchmal flutschen zwanzig Seiten einfach so, hier ein Komma, da ein den zu
einem denn gemacht, und schon hat es sich. Manchmal aber drängen sich Fragen
auf, wie: Wie kommt der den plötzlich dahin? Dann muss man eben schreiben: Er stand
auf und ging zum Fenster.

Also, zum Notieren. (Auch wenn ich keine Daten nenne. Wie sinnlos das bei einem wie mir ist, das
wissen ja inzwischen alle.) Ich werde den sechsten Band „Anthony Noll und das
große Abenteuer“ wahrscheinlich noch 2018 rausbringen und die englische
Übersetzung erst einmal verschieben. Doch wann genau, keine Ahnung.
(Unwahrscheinlich 2019 oder 2020, aber nicht völlig ausgeschlossen. Man weiß
nie, wie es kommt.) Nichtsdestotrotz kann ich aber versprechen, dass es das Meisterstück
wird, das mir immer vorgeschwebt ist. Das erste Buch ist viel besser, als ich es
auch nur zu hoffen gewagt habe. Schade, dass es so wenige lesen werden.

Grüße auch von den anderen