So, die ersten hundert Seiten von „Anthony Noll und das
große Abenteuer“ sind im Sack. Fleißig. Aber wie gesagt, ich kann nicht
versprechen, dass es in dem Tempo weitergeht. Momentan ist es halt nur so, dass
ich mit dem Schreiben nicht hinterherkomme. Es ist so viel, dass ich auch nicht
beantworten kann, wie lang dieses erste Buch wird, nur, dass der gesamte Band
eben in mehrere Bücher aufteilt werden muss. 2,3 oder auch 4. Letzteres aber
eher unwahrscheinlich. Wenn möglich würde ich es nämlich gern bei 2 Büchern
belassen. Wenn das drucktechnisch Sinn macht.

Allerdings muss ich gleich dazu sagen, dass ich dieses Buch,
wenn es fertig ist, egal wie dick, ob 300, 400 oder sogar 600 Seiten, dann aber
nicht sofort veröffentlichen werde. Zum einen, muss ich ja abgleichen, wenn
denn der gesamte Band fertig ist, ob alles an der Stelle sitzt, an die es auch
gehört, und zum anderen, und das noch viel mehr, endet dieses Buch ja mit solch
einem gemeinen Cliffhanger, dass ich das gar nicht verantworten könnte, die
Leser länger als einen Monat auf die Fortsetzung warten zu lassen. (Wobei
Cliffhanger gar nicht einmal das richtige Wort ist, es endet halt nur viel
trauriger als schon der letzte Band.)

Zudem weiß man ja nie was passiert. Dass hier ist ja kein
großes Verlagshaus, wo im Notfall dann eben jemand anderes die Geschichte zu
einem Ende bringt. Und Anthony so enden zu lassen, das geht nicht. Was jetzt
aber nicht tragisch klingen soll, denn vielleicht gewinnt ja Franus in der
Zwischenzeit tatsächlich den Nobelpreis für Literatur und überredet mich mit
den Worten: „Komm Francis, mach mal Pause. Lass uns die Knete zusammen auf den
Kopf hauen.“ Und Urlaub, liebe Leut, das könnt ihr mir glauben, den hätte ich
wirklich mal verdient. Meinetwegen auch ein ganzes Jahr.

Grüße auch von den anderen, Francis

p.s.: Ein kleiner Schnipsel für die Neugierigen:

Der Doktor aber fuhr fort, war es ja
nur eine rein rhetorische Frage gewesen ( Ihn interessierte kein Name, kein
Schicksal, sondern nur, dass immer genug Tangs in der Kasse der Klinik waren):
„Und wie sie es geschafft haben, das von einem wild gewordenen Schwert in
tausend Einzelteile zerhackte Gehirn wieder zu einer Einheit zu fügen, wirklich
beachtlich. Natürlich hat sie mit dem Sprechen noch immer so ihre Probleme, und
es wurde auch ihrem Besitzer dringend abgeraten, ihr den Einsatz ihres goldenen
Fingers vorschnell wieder zu erlauben, nicht vor einem Monat, aber
nichtsdestotrotz, ich weiß nicht, ob einige der hier anwesenden Koryphäen dazu in der Lage gewesen
wäre.“ Und dabei betonte der Doktor das Wort Koryphäen in solch einem Maße, dass allen Anwesenden klar war, dass
sie dieses im Geiste auch gern durch das Wort Vollidioten austauschen durften.

Die Eifersucht in den Blicken wuchs
dementsprechend. Anthony aber wehrte weiter ab: „Das hätte ich nie geschafft,
wenn ich nicht von Ihnen den Tipp mit der Katzenspucke erhalten hätte.“

Was nun allerdings den Oberarzt
scheinbar ein wenig aus dem Konzept zu bringen schien. Seine Allwissenheit
schien für einen Moment zu weichen und leicht fragend legte er sogar seinen
Kopf auf die Seite. Immer weiter, bis er fast auf der Schulter zum Liegen
gekommen wäre. „Ich habe Ihnen einen Tipp gegeben?“ Er schien erstaunt.

„Aber sicher doch!“, behauptete
allerdings Anthony eisern, mit einem Blick im Auge, der nichts als die Wahrheit
versprach und nur die Wahrheit, obwohl es natürlich völlig erstunken und
erlogen war. Doch das war die einzige Möglichkeit halbwegs heil aus der Sache
rauszukommen.

Dann fuhr er fort, denn im Lügen war er
zwar kein Meister, so wie vielleicht ein Ozmolot, aber auch nicht völlig
unbegabt (wenn es nicht um seine wahren Freunde ging, denn diese auch nur
anzuschwindeln, das fiel Anthony schon immer schwer): „Sie erinnern sich sicher
nicht mehr. Es war vor zwei Wochen bei der kurz zuvor anberaumten Visite von
Mismalda Siebzehn. Das Zimmer war so voll wie heute und alle bedrängten Sie mit
tausend Fragen. Sie haben es mir quasi zwischen zwei völlig anderen Themen kurz
zugeworfen. Natürlich brauchte ich ein bisschen Zeit danach, um genug von dem
Zeug aufzutreiben.“

Langsam ging der Kopf des Doktors nun
wieder zurück in seine Ausgangslage. „Na, wenn ich das gesagt habe, dann
relativiert das die Sache natürlich“, sprach er etwas gedehnt.

Wobei allerdings der Blick, den er
Anthony dabei für den Bruchteil einer Sekunde zuwarf, und nur ihm, aber ganz
eindeutig verriet, dass er genau wusste, dass er eben das nie gesagt hatte. Er
war zwar nicht das, was Anthony vielleicht als einen wirklich begabten Heiler
bezeichnet hätte, denn um den Posten zu erlangen, auf dem er nun schon einige
Jahre so bequem saß, waren ganz andere Qualitäten gefragt (gnadenlose
Egozentrik, rabiates Durchsetzungsvermögen und ein geradezu manischer Drang zur
Intrige), aber er war alles andere als ein Vollidiot.

Was er schon dadurch bewies, dass er
dann einfach fortfuhr: „Na, wenn sie schon damals so gut aufgepasst haben, dann
doch sicher auch, als wir alle bereits letzte Woche hier versammelt standen.
Denn was habe ich Ihnen da im Gehen noch zugeworfen?“

Sodass es
jetzt an Anthony war, ein wenig erstaunt zu sein. „Mir zugeworfen?“, fragte …