Es gibt ja Menschen, die glauben, die Behauptung der Autoren,
ihre Figuren würden von seltsamen Eigenleben getrieben das Zepter des
Schreibens selber in die Hand nehmen, sei nur affiges Getue. Wozu ich, bevor
ich zum Schreiben angefangen habe, ehrlich gestanden, auch einst gehörte. Denn
man wisse ja wohl, wenn man die Buchstaben mit der Schreibmaschine setzt, was
man da tut.

(Selbst in einem Fall wie dem meinen, der ich ja eigentlich
nur das niederschreibe, was mir erzählt wird. Somit weniger ein Autor als ein
Biograph bin. Kann ich ja trotzdem, wenn nicht die Geschehnisse, so doch
wenigstens die Reihung, wann was erzählt wird, beeinflussen.)

Denn natürlich macht man sich so seine Überlegungen
diesbezüglich. Auch ich. Besonders jetzt beim letzten Band. Gibt es doch noch
so viele Dinge, die aufzuklären sind. Denn selbst wenn ich nur ein Biograph
bin, so will auch ich gelobt werden, eben, wie gut ich Spannungsbögen setze.
Was, wann verrate. Wenngleich es natürlich Dinge gibt, die ,wenn auch noch
nicht erzählt, so dennoch als offenes Geheimnis zu betrachten sind. (Vergleichbar
damit, dass der FC Bayern wohl auch dieses Jahr um den Meistertitel mitspielt.)

Aber was soll ich sagen, da kommt auf einmal Mathilda daher
und schreibt die Sache vollkommen um. Ich, nichts ahnend, setzte mich vor die
Schreibmaschine (Laptop), und dann geht es auch schon los. Das, was eigentlich
erst in der Mitte des Buches raus sollte, das steht plötzlich auf Papier. Anfang
des zweiten Kapitels, das dann plötzlich auch noch zum ersten wird. Und ich
schwöre es, ich war es nicht.

Um zu verstehen, was ich meine, gebe ich am besten die
Zeilen hiermit preis. Denn auch wenn sie ein Spoiler sind, so sind sie das doch
auch nicht. Denn jeder, der die Geschichte bis zum fünften Band verfolgt hat (und
selbst die, die vielleicht nur den ersten gelesen haben), weiß, dass es
irgendwann so weitergehen muss. Jetzt halt zu Beginn des Buches, wenngleich ich
es ja erst viel später geplant hatte.

Die Kriegerin

Rasch wandte sich Mathilda Anthony zu:
„Ich habe übrigens neulich geträumt, dass ich ein starke Kriegerin bin. Was
sagst du dazu?“ Und dann, nach einem kurzen Blick in sein verblüfftes Gesicht,
da lachte sie sogar laut auf: „Na, das hättest du mir nicht zugetraut“, wozu
sie plötzlich eine ihrer Krücken bedrohlich schwang. Geradeso, als ob diese nun ein Schwert sei.

Und dann, während sie ihren Weg wieder
aufnahm und ebendieses Schwert im Wechsel mit dem auf der anderen Seite bei
jedem Schritt nach vorne stieß, da rief sie geradezu: „Hier, nimm das du
Schurke! Und das! Ah, ich merke, du hast noch immer nicht genug. Wagst es, dich
mit mir anzulegen! Mit mir, die ich eine Freundin von Anthony dem großen
Zauberer bin. Dem größten Zauberer des Universums. Einstmals sogar seine
einzige und somit seine beste Freundin auf dieser Erde.“

Weiter und immer weiter schritt Mathilda
nun voran, die schmale Straße, and der ihre beiden Häuser lagen, und lachte
laut. Wohingegen Anthony völlig überrumpelt war. Mehr noch als einen Igel, der mit
einem lauten Knall entdecken muss, dass er einen Luftballon niemals lieben
kann. Wie wohl ein Krieger auf Robotanien dazu sagen würde. Und einer namens
Broms es auch mehrmals in seinem Leben tat.

(Wenngleich
man den Igel auf Robotanien natürlich nicht ganz mit dem, der auf der Erde
beheimatet ist, vergleichen kann. Die Größe kommt zwar in etwa hin, aber
selbstverständlich ist er dort knallgelb und die Spitzen der Stacheln sind blutrot.
Wie man generell sagen kann, ….

Beste Grüße von Francis, Anthony und den anderen. Natürlich
auch von Mathilda 😉

p.s.: Dass ich so frei darüber berichte, dass ich wieder
schreibe, liegt daran, dass ich tatsächlich wieder schreibe. Wobei ich sagen
muss, so flott ging mir der Anfang eines Buches noch nie von der Hand. Wohl,
weil es gar nicht ich bin, der ihn schreibt 😉 Bis jetzt immerhin etwas über
10.000 Wörter, also knapp 40 Seiten mit dem neuen Layout. Da das Buch so groß
wird, gehe ich erstaunlicherweise auch ohne Druck ran. Wenngleich man ja eher
das Gegenteil vermuten möchte. Weiß ich doch, dass ich es gar nicht in einem Rutsch
schreiben kann. Es wird somit immer wieder Pausen geben. Auch begnüge ich mich
in der Regel mit 500 Wörtern am Tag. (Nehme aber auch gern mehr an.) Sodass ich
auch noch Zeit für andere Projekte habe. Essen, Zähneputzen und so.