Nun, es ist ja keine Neuigkeit, wenn ich feststelle, dass
Anthony inzwischen ein ganz passabler Zauberer ist. Was so, wortwörtlich, sogar
seine eigene Meinung von sich ist. Denn schon lange sind die Zeiten vorbei, als
man ihn noch den untalentiertesten Zauberer nannte, der auf ihrer Schule in
Ibalon jemals unterrichtet wurde. Andere, zumal ein kleiner Schreiberling von
der Erde wie ich, halten ihn sogar für als mehr als nur das, nämlich für einen
über die Maßen talentierten Zauberer. Für einen Zauber, der es vielleicht
tatsächlich sogar wagen kann, gegen einen König zu kämpfen, der immer böser und
böser wurd.

Wofür schon dafür spricht, dass der Lauser es doch
tatsächlich irgendwie geschafft hat, den Weihnachtsmann in seiner Bibliothek zu
überraschen. Irgendwo am Nordpol. (Wo, hat er mir natürlich nicht verraten.)
Zum Beweis das Foto.

Diesem hat er dann natürlich sofort das erste seiner
Abenteuer in die Hand gedrückt. (Anthony ist in den diesen Dingen nämlich
wesentlich unverkrampfter als ich.)

Zum Glück, denn für falsche Bescheidenheit ist gar kein
Platz, hat es der Weihnachtsmann doch tatsächlich in einem Rutsch ausgelesen
und war hellauf begeistert. Was heißt, dass ein Exemplar ab jetzt nicht nur
einen Ehrenplatz in seinem goldenen Regal einnehmen wird, nein, er wird noch
viele andere all den millionen von Kindern, den großen und kleinen, unter den
Baum legen. So hat er es Anthony zumindest versprochen. Es sei nämlich ein
geradezu ideales Geschenk für das Fest, hat er gesagt. Wegen der Seele, die
darin stecke.

Was uns alle natürlich ganz schrecklich freut. Anthony und
seine Bande, aber auch mich. Nicht nur wegen des Geldes, das wir daran verdienen,
denn auch der Weihnachtsmann muss seine Geschenke kaufen (was viele nicht
wissen, aber so schon vermutet haben), sondern wegen dem, was eigentlich hinter
dieser Neuigkeit steckt.

Die das aber eigentlich aber gar nicht ist, eine Neuigkeit,
sondern vielmehr Altbekanntes. Nur habe ich es damals, als das Altbekannt ja
tatsächlich noch eine Neuigkeit war, so gar nicht begriffen. Zum einen einer
falschen Bescheidenheit wegen, zum anderen aber auch, weil mir selbst Anthony
und seine Abenteuer zu jeder Jahreszeit über die schweren Tage hilft. (Ja, auch
ein weltberühmter und so schrecklich erfolgreicher Schriftsteller wie ich hat
manchmal den Regen im Kopf.)

Zur Erklärung sei gesagt, es wurde mir schon von einigen
Lesern gesagt, dass sich manchmal schon richtig auf Weihnachten und die dunklen
Tage freuen, weil das sei für sie die geradezu ideale Zeit, Anthony zu lesen.
Auf einem Stuhl sitzen, in eine dicke Decke eingehüllt, oder auch auf dem Bett
liegend, weil es ja draußen so schrecklich kalt ist, sodass die Nase, kaum zur
Haustür herausgestreckt, schon in der Luft möchte festfrieren. Auch weil das
Abenteuer des kleinen Zauber (der das ja eigentlich schon gar nicht mehr ist,
aber im Herzen immer bleiben wird), zumal es ja inzwischen schon so einige
Bände umfasst, sie an diese Mehrteiler erinnere, die das ZDF in früher Tagen
immer um das Fest herum ausgestrahlt hat. (Man erinnert sich?)

Natürlich war es für mich schwer, mich einem Charles Dickens
und seinem Oliver oder einem Jack London und seinem Seewolf vergleichen zu
lassen. Nicht nur weil es alte Literatur ist und Anthony so modern, sondern
weil das ja wirkliche Kaliber sind, die die schreibende Zunft aufzubieten hat.
Und bescheiden zu bleiben, in der Nähe solcher Giganten keine Kür ist, sondern
vielmehr die erste Pflicht eines jeden Tintenklecksers. Doch jetzt, auch wegen
dem Weihnachtsmann, versteh ich erst so richtig, was sich hinter diesen
Komplimenten verbirgt. Es ist die Seele, die in all diesen Büchern sowohl als
auch den Verfilmungen zu Hause ist, die Leute lieben. Aber eine Seele, die hat
Anthony auch. Er und seine Freunde. Und auch wenn sich gegen meine Art des
Schreibens einiges einwenden lässt, es ist die Seele, die durch all die vielen
Bände und Zeilen trägt.

In dem Sinne, einen frohen Nikolaus, wünschen wir Euch
allen.