Ich muss da wohl meinen Post von
gestern ergänzen. Liegt das Problem ja wie immer in den Worten und was ein
jeder mit ihnen verbindet. Denn der Verlust der Hoffnung ist ja nicht immer nur
negativ. Im Gegenteil, denn erst dann ist man vielleicht frei für Neues. Oder
um es so zu sagen: Der unglücklich Verliebte in seinem Kämmerlein, der die
sinnlose Hoffnung nicht fahren lässt, hat kein Auge für all die anderen
hübschen Mädchen.

Wichtiger ist für mich darum,
dass ich mit mir im Reinen bin. Was ich bin. Vor allem nach der Beendigung des
fünften Bandes. Die Figuren haben sich nämlich wirklich entwickelt. (Wie immer,
ohne dass ich sagen könnte, wie es passiert ist.) Denn als ich ihn noch einmal
korrigiert hatte, da wusste ich endgültig, es ist richtig, was ich mache, und
vor allem, es ist gut. Seitdem bringt mich nichts aus der Ruhe. Hat doch die
ganze Reihe, jeder Band für sich, das Potenzial sich zumindest unter die Top
Hundert zu platzieren. (Top Ten 😉 )Was aber will ich mehr? Dass dem noch
nicht so ist, vielleicht auch nie zu meinen Lebzeiten, nun gut, so ist es halt.
Soll ich deswegen aber aufgeben und aufhören zu schreiben? — Nein.

Was mich seltsamerweise wieder
einmal mehr auf Harry Potter bringt. Musste ich doch schon oft hören, weil
dieser ja auch erst einmal von fünf Verlegen abgelehnt wurde, dass diese sich
nun deswegen gehörig in den Hintern beißen werden. Und man Frau Rowling ob
dieser ungerechtfertigten Schmach eigentlich bemitleiden müsse. Was aber natürlich
völlig unsinnig ist. Denn vielmehr kann ja gerade sie froh sein, dass es genau
so gelaufen ist, wie es eben gelaufen ist. Denn womöglich hätte sie schon der
zweite Verlag in sein Programm aufgenommen, sie aber wäre nie über eine Auflage
von 5000 Stück hinausgekommen und nur eine bescheidene Schar von Eingeweihten
könnten sich über das Glück freuen, sie und ihren Helden zu kennen.

Natürlich werden jetzt die
Größten Harry Potter Fans laut aufschreien und mich allein dieser Gedanken
wegen als einen Ketzer und Frevler bezeichnen, als einen neidigen Kleingeist,
aber das lasse ich mich über mich ergehen, kenne ich doch, wenn schon nicht
Bücher, dann zumindest so viele Lieder, die es meiner Meinung nach verdient
hätten an Nummer Eins zu stehen, es aber nicht tun. Im Leben braucht man nun
einmal auch jede Menge Glück.

Wobei ich aber deswegen nicht
hadere. Denn was zum einen als ein Unglück erscheint und vielleicht auch als
ein unfair agierendes Schicksal, ist vielleicht doch eben auch ein großes
Glück. So zumindest sehe ich es. Habe ich doch fünf Bände einfach so vor mich
hinschreiben dürfen. Fünf Bände, mit denen ich noch dazu, wie schon
beschrieben, rundum glücklich bin. Wer weiß, ob das der Fall wäre, wenn irgendein
Verlag schon nach dem ersten Band, das gewaltige Potenzial entdeckt hätte, das
darin steckt. (Zeitlos, auch in hundert Jahren noch zu lesen, die Geschlechter
übergreifend, die Kulturen, etc.) Vielleicht hätte man mich genötigt, den
zweiten Band genau so anzulegen. (Was heißt hier vielleicht. Ganz gewiss! Der
Verlag muss leben und was erfolgreich war wird darum endlos wiederholt. Man
sehe sich eben die Top einhundert an.) Jetzt aber, selbst wenn ein Verlag an
mich herantreten sollte, kann mir keiner mehr Vorschriften machen. Das aber ist
ein gutes Gefühl.

Das Einziges, was somit wirklich
nervt, das ist die Sache mit dem ins Englische übersetzen. Die hätte ich mir nämlich
wirklich gerne eingespart. So viel Arbeit! Denn wer meinen Umgang mit dem
Deutschen kennt, der weiß, dass es für mich nicht getan ist, da etwas
hinzustellen, was man halbwegs lesen kann. Nein, auch das muss gut werden. Da habe ich so meine Prinzipien.
Das aber bedarf viel Zeit. Und somit kann ich mich auch nicht mit der Energie
an den sechsten Band machen, der eigentlich schon geradezu unter meinen
Fingerkuppen brennt, hat mir Anthony doch schon so viel darüber berichtet. Und der
natürlich auch darum brennt, weil ja noch so viel zwischen den Sternen steht,
was mir Anthony eben noch nicht berichtet hat. Und ich darum selbst ganz
aufgeregt bin, wie es nun genau weitergeht.

Grüße auch von ihm und den
anderen.